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Interview mit Jens Günther - Teil 1

Taucherbrille war ein Pubilkumsmagnet

AKG und V-KON.media verbindet seit mittlerweile über 20 Jahren eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das Unternehmen zählt europaweit zu den führenden Anbietern im Bereich Software für Infrastrukturplanung und hat sich mit dem Produkt „VESTRA“ einen Namen gemacht. V-KON.media sprach mit dem AKG-Geschäftsführer Jens Günther.

Interview mit AKG-Geschäftsführer Jens Günther


Auf der INTERGEO in Berlin wurde die Software VESTRA INFRAVISION vorgestellt. Was ist neu?

Zunächst ist es wichtig hervorzuheben, dass VESTRA INFRAVISION keine Systemfortschreibung in der bisher gängigen Form weiterer funktionaler Erweiterungen ist. Vielmehr handelt es sich um eine neue Produktgeneration, mit der es erstmals möglich ist, fachübergreifend mit unterschiedlichen Apps auf mehreren CAD-Plattformen zu arbeiten. Mit dieser einzigartigen Multi-CAD-Lösung haben Anwender die Wahl, völlig autark mit dem eigenen CAD-Kern von INFRAVISION zu arbeiten oder das System gemeinsam mit AutoCAD, AutoCAD Civil 3D, AutoCAD Map 3D oder BricsCAD zu verwenden. Enorm viel Entwicklungsarbeit steckt in der völlig überarbeiteten Programmoberfläche, die einen übersichtlichen Systemeinstieg, verbesserte Prozesse und etliche neue Funktionen für die effiziente und BIM-konforme Projektbearbeitung bietet.


Was bedeutet das konkret?

Hierzu zählt die Implementierung der VEFSchnittstelle, die den direkten Datenaustauch zwischen VESTRA und VISMO ermöglicht. Aktuell werden die Trassenkörper-DGM (Kunstkörper) und die Fahrbahnmarkierungen aus VESTRA heraus an VISMO übergeben. Möblierungsobjekte wie Leitpfosten und Schilder folgen demnächst. Die Integration Zunächst ist es wichtig hervorzuheben, dass VESTRA INFRAVISION keine Systemfortschreibung in der bisher gängigen Form weiterer Fachdaten und Detailinformationen, wie Terminpläne, Bauabläufe oder Baukosten, macht VISMO zum 5D-Modell. VISMO ist daher auch BIM-fähig und passt ideal in den VESTRA-Workflow.


Wie profitieren Ihrer Meinung nach VESTRA-Anwender von der VEF-Schnittstelle?

Der Datenaustausch über die VEF-Schnittstelle eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Als V-KON.media VISMO bei uns vorstellte, waren wir schlichtweg sprachlos. Das machte in unserem Haus schnell die Runde und jeder Mitarbeiter wollte sofort die VR-Brille aufsetzen und loslegen. Ein Augenaufschlag genügt – und schon fühlt man sich sprichwörtlich mit Haut und Haaren in die Maßnahme hineinversetzt. Mühelos bewegt man sich in Echtzeit durch die 3D-Welt, über Kreuzungen und Brücken oder entlang einer Straßenführung, die mit VESTRA geplant wurde. Der Vorteil für VESTRA-Anwender liegt darin, dass durch diese Art der Visualisierung die Planung transparenter und nachvollziehbarer wird – ja regelrecht erlebbar.


Welche neuen technischen Möglichkeiten bietet die Kompatibilität bzw. der Datenaustausch dem Kunden?

Wie soeben angesprochen, VISMO 3 passt sich nahtlos in den VESTRA-BIM-Workflow ein. Mit VESTRA INFRAVISION erstellen unsere Kunden Bestandsmodelle und Variantenplanungen für die Bereiche Straße, Bahn und Kanal. Sie modellieren mit Autodesk Revit Ingenieurbauwerke und führen die dann über die VEF-Schnittstelle in VISMO zu einem 3D-Gesamtmodell zur Prüfung, Visualisierung und Simulation zusammen.


So lassen sich auch Planungsfehler schneller erkennen.

Kunden profitieren von der Möglichkeit, verschiedene Fachbereiche in einem fachlichen Gesamtmodell mit einem sehr hohen Detailierungsgrad vereinen zu können und real erscheinen zu lassen. Mögliche Planungsfehler lassen sich frühzeitig erkennen und können korrigiert werden. Abgerundet wird der BIM-Workflow mit Autodesk BIM 360, einem cloudbasierten Kommunikationswerkzeug für alle Projektbeteiligte.


Welche Einsatzfelder sehen Sie noch?

Neben den Vorteilen für den Anwender sehe ich im Zusammenspiel von VISMO und VESTRA auch hervorragende Möglichkeiten für eine projektbegleitende, transparente Öffentlichkeitsarbeit. Mit einem flexiblen 3DModell und seinen vielfältigen Analysemöglichkeiten lassen sich bereits in frühen Planungsphasen Fragen beantworten, die von der Öffentlichkeit gestellt werden. Die Bürger werden quasi mit "ins Boot" geholt und können so besser verstehen, wo und wie genau sie von der Maßnahme betroffen sind. Als weiteres Einsatzfeld ist sicherlich noch die Sichtweitenberechnung im Bereich Straßenplanung zu nennen. Im 3D-Modell könnten beispielsweise Planer oder Auditoren frühzeitig eruieren, ob sicherheitsrelevante Defizite hinsichtlich der räumlichen Linienführung bestehen."


Auf der INTERGEO konnten Besucher am AKG-Stand mit VISMO | VR und VESTRA in virtuelle Welten abtauchen. Wie waren die Reaktionen?

Der VISMO-Präsentationsplatz mit der "Taucherbrille" war ein richtiger Publikumsmagnet! Unsere Einschätzung im Vorfeld wurde bestätigt. Alle, die es ausprobierten, waren einfach fasziniert. Besonders gut sind die Bauablaufsimulationen von Brückenbauten angekommen. Interessant für uns zu beobachten war auch, dass keiner der Interessenten sitzen geblieben ist. Wir hatten anfangs die Befürchtung, dass es zu Schwindel oder Übelkeit kommen könnte. Hierüber berichten ja manche, das war an unserem Stand aber nicht der Fall. Jeder stand nach dem Aufsetzen der Brille sofort auf und wollte dieses reale „Mittendrin-Erlebnis“ verstärkt im Stehen erfahren. Die Resonanz auf VISMO war dann durchweg positiv, man zeigte sich stets sehr beeindruckt. Diesem Urteil schließen wir uns gerne an und möchten uns an dieser Stelle nochmals bei V-KON.media für die Möglichkeit bedanken, dass wir mit VISMO | VR unseren Besuchern auf der INTERGEO zeigen konnten, was heute alles mit VESTRA-Planungsdaten möglich ist.